"Ne Könslerkopp, ne schlubbe Jank, 

Hauv uusjen Klöef än hienverbrank, 

Zoisebeng (Wurstbeine), de Aerm jet stif- 

Der Lennet kann met hauvlang Pif!"


(L. Brouhon 1909)

Um das Leben des Lennet Kann − Aachens bekanntestes, beliebtestes und oft besungenes Original – ranken sich unzählige Legenden,

Anekdoten und Gerüchte.

 

Aber wer war er denn nun wirklich, dieser Lennet Kann?

Oder zunächst einmal, gab es ihn überhaupt?

Und wenn ja, wann und wo hat er gelebt?

Hat er die Öcher damals wirklich mit seinen Verzällcher unterhalten?

 Was ist Wahrheit und was ist Mythos?

 

Begleiten Sie uns auf eine ganz besondere Stadtführung, bei der wir Ihnen fantastische Geschichten rund um das einst stadtbekannte Unikum Lennet Kann erzählen werden – und finden Sie heraus, welche davon der Wahrheit entsprechen und welche frei erfunden sind!

 

Ganz im Sinne von Lennet Kann laden wir Sie am Ende der Tour zu einem exklusiven Bier-Tasting ins Hopfen & Malz ein.

Also, gab es ihn denn nun, diesen bekanntesten der „Öcher Jampetaatsche", der Aachener Originale, oder war Lennet nur eine Fantasiegestalt − so frei erfunden wie die Verzällcher, die ihm zugeschrieben werden?

 

Um es gleich zu sagen, es gab ihn!

 

Vor etwas mehr als 100 Jahren – am 5. Januar 1916 − mitten im Ersten Weltkrieg: Am Elisenbrunnen steht der Eiserne Roland zum Nageln, die Beschlagnahmung von Haushaltsgegenständen aus Kupfer, Messing und Nickel wird angekündigt, Milch und andere Lebensmittel werden rationiert.

Ablenkung vom Kriegsgeschehen gibt es auch: im Stadttheather der Schwank „Hans Huckebein", im Eden-Theater die Operette „Der liebe Augustin", im Helios-Kino „Das Mitternachtsschiff", im Bavaria der Film "Fantomas"

 

Lennet jedoch hat nie ein Kino von innen gesehen.

 

Es ist ein eiskalter, regnerischer Tag, dieser 5. Januar 1916. Eisige Stürme fegen in das Aachener Becken. Zur Ronheide hin zieht eine einsame, dürre Gestalt, die gegen den Wind nur langsam vorwärtskommt. An der Unterführung nach Ronheide kann Lennet nicht mehr. Müde lässt er sich auf einer Bank nieder und schaut mit trüb werdenden Augen den Lichtern der Züge nach, die die Höhe nach Ronheide hinaufstampfen.

 

Durch die Unterführung pfeift der Wind und gibt dem Alten den Rest. Langsam sinkt er in sich zusammen, und sein Lebenslichtlein erlischt.

Am anderen Morgen findet man ihn dort steif gefroren liegen, die Hand an den Orden auf seinem zerschlissenen Jacket, die ihm so wichtig waren.


Mit knapp 73 Jahren sind die Strophen seines Liedes verklungen ....

Dieses Bild zeigt die Königsstr. 37/39 (Bildmitte) in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Hier wurde Lennet 1834 als Sohn von Johann Leonhard Kahn und Maria Thecla Güllich geboren.

Lennet hatte acht Geschwister, von denen aber nur er und eine Schwester ein höheres Lebensalter erreichten, viele der Kinder verstarben als Kleinkinder oder Heranwachsende. Lennets Vater gab als Beruf „Nadler" an und verstarb mit 44 Jahren.

Leonhard (Lennet) Kahn sah niemals eine Schule von innen. Lernte weder lesen noch schreiben. Erlernte nie einen Beruf, ging nicht einen Tag seines Lebens einer geregelten Arbeit nach.

 

Und doch machten ihn seine Geschichten und sein Leben zu einem der beliebtesten und bekanntesten Aachener.


Außer in ganz jungen Jahren − gemeinsam mit seiner Mutter − hat Leonhard nie gebettelt. Und doch gaben ihm die Menschen Kleidung, Essen, Münzen ... und oft auch ein Öcher Bier – so, wie wir auch Sie am Ende dieser Tour zu unserem Bier-Tasting einladen. Als Erinnerung an ein unvergessenes Öcher Original.

Die Tour:

Diesmal geht es um die Wahrheit, die ganze Wahrheit − so gut uns Lennet helfe!

 

Begeben Sie sich mit uns auf eine ebenso spannende wie unterhaltsame Spurensuche durch die schönste Stadt der Welt und lauschen Sie unseren fantastischen Geschichten rund um „Oches schönnste Mann“! Entscheiden Sie am Ende selbst, was Wahrheit ist und damit Teil unserer Stadtgeschichte und was zu Lennets erfundenen Verzällcher gehört!

 

Im Anschluss machen wir es wie Lennet und erholen uns bei Öcher Bier.

Bei einem exklusiven Bier-Tasting im Hopfen & Malz stoßen wir mit Ihnen auf den berühmtesten der „Öcher Jampetaatsche“ an.


Die Tourdaten:

Lennets Verzällcher Tour

Auf den Spuren von Lennet Kann führen wir Sie ca. 1,5 Stunden durch das schönste Aachen der Welt. Die Auflösung unserer Geschichtsrätsel, die wir Ihnen unterwegs stellen, und die „Krönung“ des Rätselkönigs oder der Rätselkönigin erfolgt dann bei ...

 

... einem exclusiven Bier-Tasting im Hopfen & Malz, Aachen Franzstraße, wo

fünf außergewöhnliche Biere vom Fass auf Sie warten.


Im Tourpreis enthalten sind:

- ca. 1  Stunden Stadtführung zum Thema Lennets Verzällcher

- exklusives Bier-Tasting mit 5 x 0,1 Bieren vom Fass

- für den Rätselkönig oder die Rätselköniging ein original Lennet Bier für daheim.


Tourstart: Aachener Elisenbrunnen vor der Rotunde


 Startzeit: Wechselnd laut Buchungstag

 

Tourdauer: ca. 2 Std. (inkl. Bier-Tasting, davon Führung ca. 1 Std.)

 

Tourpreis: 29,90 € (inkl. Bier-Tasting, wie oben beschrieben)

 

(Bitte beachten Sie das Jugendschutzgesetz bezüglich des Ausschanks von Alkohol)


In Deutschland wird seit über 500 Jahren mit den gleichen Zutaten gebraut: Hopfen+Malz, Wasser und Hefe. Doch es gibt Länder, in denen auch andere Zutaten im Braukessel landen. Schon mal ein Bier mit Sauerkrautsaft oder Wachholderbeeren probiert?


Wir möchten Euch gerne in die Welt der Biere begleiten.


Nach Lennet`s Geschichten laden wir Euch ein, zusammen mit unserem Biersommelier, an einer exclusiven Bierverkostung teilzunehmen, bei der 6 verschiedene Biere vorgestellt und genau unter die Lupe genommen werden


Wir freuen uns auf euren Besuch!

Prooost Euer Team vom Hopfen & Malz

Original Lennet Kann Lied von 1907 von Will Herrmanns

Was zieht durch die Straßen für eine Gestalt

Mit Orden geschmückt und Ehrenzeichen? 

Die Buxenpeifen gemahnen bald. 

An Stoppentrecker und dergleichen. 

Die Arme baumeln zur Seite hinab, 

Als hingen sie zu los in den Scharnieren. 

So geht`s durch die Straßen im Hundetrab. 

Die Domgrafen aber jubilieren, 

"Das ist der Lennet, das ist der Lennet Kann! 

Das ist der Lennet, von Aachen der fingste Mann"!

Leonhard (Lennet) ist in der Königsstraße in Aachen geboren und aufgewachsen. Als Kind für sein Alter sehr groß gewachsen, hat die Mutter mit ihm im Kreuzgang des Doms gebettelt und ihm zu diesem Zweck die Beine zusammengebunden. Nach dem Tod der Mutter wurde er in einem der Aachener Nonnenklöster untergebracht, bis die Manneskraft erwachte.


Mit blondem Bart und sehr klaren Augen war Lennet zu allen freundlich, er war naiv, ein harmloser Narr mit kindlichem Gemüt, der deswegen zu Zielscheibe und Werkzeug vieler guter und schlechter Witze − besonders bei Kindern und Studenten − wurde.

Seinen kostenlosen Mittagstisch nahm er entweder im Rosenbad in Burtscheid oder bei Wiertz im Bürgerbräu in der Jakobstraße ein. Von dort aus ging es in den Öcher Bösch, wo er von den Besuchern der Waldschänke oder des Waldschlösschens seine Ration an Tabak und Schabau erhielt.

 

Sein Schritt wird als "waggelich witt" beschrieben und trug wohl zu seiner Berühmtheit bei.



"Wenn ich alles hai beschreäve

Watt der Lennet sau bedrieve, 

Ov ouch watt hat bedrieve, 

Dann hai ich noch vööl ze schrieve."


(Pidboeuf 1934 über Lennets Leben)

Begleiten Sie mich auf unserer neuesten Tour durch Os Oche.

Finden Sie diesmal selbst heraus, was Wahrheit und was Lüge, was Stadtgeschichte und was Öcher Verzällcher ist.

 

Ich freue mich auf schöne Stunden mit Ihnen im schönsten Aachen der Welt.

 

Bis bald, herzlichst Ihr Dirk Dannenberg